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Das neue Tageshospiz - Leben in vertrauter Umgebung bis zuletzt

15.11.13  

„Neuere Umfragen in Deutschland zeigen, dass die größte Angst vor dem Sterben darin besteht, alleine zu sein, ohne Beistand von der Familie oder Freunden, gefolgt von der Angst vor körperlichen Schmerzen, " so Dr. Maria Haidinger,

Obfrau der Hospiz-Bewegung Salzburg. „Mit der Schaffung eines Tageshospizes hat die Hospiz-Bewegung Salzburg bereits vor 13 Jahren auf diese Bedürfnisse von Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt in besonderer Weise reagiert. Hier erhalten schwerkranke Menschen bestmögliche palliativmedizinische und pflegerische Behandlung. Zudem werden sie psychosozial begleitet und können an der Gesellschaft teilhaben, sich in der Gemeinschaft gleichermaßen Betroffener austauschen und trotzdem in der vertrauten häuslichen Umgebung bleiben. Neben großem fachlichen Wissen und Erfahrung ist vor allem ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen erforderlich."

In diesen dreizehn Jahren wurden mehr als 900 Personen im Tageshospiz Kleingmainerhof in Salzburg Morzg betreut. Sie haben das Angebot einer fachkundigen Schmerztherapie und Symptomkontrolle in Anspruch genommen und von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, außerhalb ihrer häuslichen Umgebung an unterschiedlichen Aktivitäten teilzunehmen und damit auch während ihrer Erkrankung ihr Lebensumfeld und ihre Lebensqualität zu erweitern. Durch die hohe Qualität der Betreuung ist die Inanspruchnahme in den vergangenen Jahren so stark gestiegen, dass sich die Hospiz-Bewegung nach einem neuen Gebäude umsehen musste. Diese neue Stätte wurde mit dem so genannten Radauerstall, nur wenige hundert Meter vom bisherigen Tageshospiz im Kleingmainerhof entfernt, gefunden.

In rund einem Jahr Bauzeit hat die gswb das historische landwirtschaftliche Gebäude in der Buchholzhofstraße in der Stadt Salzburg in ein modernes medizinisches Zentrum umgebaut. 

Möglich wurde die Realisierung dieses Projektes durch die Einräumung eines Baurechtes durch den Liegenschaftseigentümer Peter Radauer an die gswb. Ursprünglicher Zweck des Baurechts war die Errichtung geförderter Mietwohnungen, für welche nach einem längeren Planungsprozess eine Baubewilligung erteilt wurde. „Im Einvernehmen mit dem Baurechtsgeber hat sich die gswb entschlossen, in enger Zusammenarbeit mit der Hospiz-Bewegung Salzburg eine Umplanung der Wohnungen in ein Tageshospiz vorzunehmen", erklärt der Kaufmännische Geschäftsführer der gswb, Dir. Dr. Christian Wintersteller.

 

Der so genannte Radauerstall wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und stellt ein erhaltungswürdiges Gebäude dar. Die große bautechnische Herausforderung bei der Revitalisierung historischer Bauten liegt in einem sorgfältigen Umgang mit der Bausubstanz und gleichzeitig den technischen Erfordernissen der zukünftigen Nutzung Rechnung zu tragen. „Die gswb kann bereits auf eine Reihe revitalisierter historischer Gebäude in Stadt und Land Salzburg verweisen. So etwa das List-Haus und die Alte Feuerwache in Hallein oder der Buchholzhof sowie Schloss Arenberg in Salzburg", so der Technische Geschäftsführer der gswb, Dir. Dr. Bernhard Kopf.

 

Finanzierung durch großzügige Unterstützung

Wichtig war es, die Finanzierung der laufenden Kosten eines erweiterten Betriebes sicherzustellen, was durch die Zusage der Erhöhung der Strukturmittel des Salzburger Gesundheitsfonds mit 1. Juni 2012 gelungen ist. Die Kosten für den Umbau betrugen rund 2 Millionen Euro. Stadt und Land Salzburg, sowie die Stiftung Pro Salzburg haben den Umbau durch Förderungen in Höhe von insgesamt 705.000 Euro unterstützt. „Doch erst durch die äußerst großherzige Spendenzusage einer Privatperson in Höhe von 800.000 Euro konnte der Vorstand der Hospiz-Bewegung dem Projekt zustimmen. Die nicht durch Förderungen und Spenden abgedeckten Baukosten wurden von der gswb mit einem Bankdarlehen ausfinanziert. 500.000 Euro zur Finanzierung für Möblierung, fachspezifische Ausstattung, Gartengestaltung und Beratungskosten mussten  von der Hospiz-Bewegung selbst aufgebracht werden. Hier haben wir große Unterstützung durch viele Spenderinnen und Spender erfahren. Wir danken allen sehr herzlich! Auch in Zukunft sind wir im Namen der Betroffenen über jede Form der Unterstützung dankbar, da wir weiterhin mehr als 45% der laufenden Aufwendungen für das Tageshospiz aus Spendengeldern finanzieren müssen", betont Hospiz-Obfrau Haidinger.

 

Kompetenzzentrum für Hospiz und Palliative Care

„Wir freuen uns über unser neues Haus in der Buchholzhofstraße!", so Geschäftsführer MMag. Christof S. Eisl, „ein Projekt in dieser Dimension ist für den Verein Hospiz-Bewegung Salzburg nur durch Mut, großes Vertrauen und das außerordentliche Engagement vieler Menschen möglich geworden. In den vergangenen Jahren standen wir einige Male vor der Situation, dass wir an der Verwirklichung unseres Traumes gezweifelt haben. Entweder es entsprach ein in Frage kommendes Gebäude nicht den Anforderungen oder die Finanzierung war für uns nicht möglich. Mit dem ehemaligen Stallgebäude der Familie Radauer fügte sich ein Puzzlestein in den nächsten. Die Unterstützung seitens der Politik, die wir über alle Parteigrenzen hinweg erfahren haben, aber auch die großzügigen Spenden von Privatpersonen machten die Umsetzung dieses Kompetenzzentrums für Hospiz und Palliative Care erst möglich. Jetzt haben wir ideale Bedingungen für eine bedürfnisgerechte Betreuung Betroffener und möchten so bald wie möglich von 4 auf 5 Öffnungstage pro Woche ausweiten. Dafür muss das Personal entsprechend aufgestockt werden. Dazu suchen wir vor allem eine zusätzliche Ärztin bzw. einen Arzt."

 

Modernes medizinisches Zentrum entstanden

Die Fassade des Radauerstalls blieb erhalten, das Innenleben des historischen Gebäudes wurde aber den räumlichen Erfordernissen der Hospiz-Bewegung auf insgesamt drei Ebenen - Erdgeschoß, 1. Stock und Dachgeschoß - entsprechend errichtet. Eingerichtet wurden Behandlungs- und Pflege-Räume, ein Speisesaal, ein großer Kommunikations- und Begegnungsraum sowie ein „Raum der Stille". Weiters sind Personalräume für die Mitarbeiter, die Büros der Hospiz-Bewegung Salzburg sowie ein Besprechungs- bzw. Veranstaltungsraum entstanden.

 

Bestmögliche Lebensqualität

Durch die Unterstützung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es möglich, den Besuch im Tageshospiz abwechslungsreich und kreativ zu gestalten. Je nach Wunsch und Bedürfnis der Tagesgäste bieten wir auch spirituelle Begleitung an. Angehörige werden auf diese Weise entlastet und erhalten zudem Rat und Unterstützung bei den vielen Fragen und Sorgen, die sich in der Begleitung von unheilbar erkrankten  Familienmitgliedern ergeben können.

 

Bildtexte:

Bild 1:  Eröffnung des Neuen Tageshospiz Salzburg Foto: Neumayr/MMV 15.11.2013 Dir. Dr. CHristian Wintersteller (GSWB), Obfrau Dr. Maria Haidinger, MMag. Christof Eisl (Tageshospiz)  und Dir. Dr. Bernhard Kopf (GSWB).

 

Bild 2: Eröffnung des Neuen Tageshospiz Salzburg Foto: Neumayr/MMV 15.11.2013 Dr. Irmgard Singh (Ärztliche Leitung),  Dir. Dr. CHristian Wintersteller (GSWB), Obfrau Dr. Maria Haidinger, MMag. Christof Eisl (Tageshospiz) , Dir. Dr. Bernhard Kopf (GSWB) und DGKS Astrid Leßmann.

 

Rückfragehinweis:

gswb, Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft, Pressestelle, Dr. Alexander Tempelmayr, Ignaz-Harrer-Straße 84, 5020 Salzburg, Telefon: 0662/2010-1048; alexander.tempelmayr@gswb.at; 
www.gswb.at
oder: MMag. Christof Eisl, Geschäftsführer Hospiz-Bewegung Salzburg, Buchholzhofstraße 3, 5020 Salzburg Tel. 0662/82 23 10.

 

 

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